Keinen Bock auf Aufräumen?

VK

von Volker Korrmann
vom 19.01.2022

"Die meisten Kommunen in Baden-Württemberg - knapp 970 von den 1101 - können von einem Hochwasser betroffen sein." Das teilte das Umweltministerium Ende letzten Jahres in Stuttgart mit. Bei einem normalen Starkregen sind hier Schäden um 5 Milliarden Euro zu erwarten. Bei extremen Starkregen sogar um die 30 Milliarden Euro wie bereits im Ahrtal.

In Sachsen, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Bayern sieht es in vielen Gemeinden nicht sehr viel besser aus. Viele Leser hier haben also eine gute Chance in den nächsten Jahren auch einmal so vor der Haustür in den Trümmern der eigenen Existenz zu sitzen.

Wer darauf keine Lust hat, sollte seinen Bürgermeister doch einmal auf neue Regen- und Hochwasser-Rückhaltebecken ansprechen.

Viele Bürgermeister sind sich der Problematik bereits bewusst und arbeiten auch schon seit mehreren Jahren an neuen Schutzvorkehrungen. Doch die Umsetzung ist nicht nur sehr teuer, sondern auch sehr langwierig. Da ist es wichtig zu wissen, dass seit dem 19. August 2021 eine neue Rechtsverordnung in Kraft getreten ist, die unmittelbar für alle Planungsträger zu beachten ist:

I.1.1 (Z) "Bei raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen einschließlich der Siedlungsentwicklung sind die Risiken von Hochwassern zu prüfen [...]".

Durch diese neue Verordnung kann ganz neuer Schwung in viele festgefahrene Planungen kommen, da hier im Prinzip dem Hochwasserschutz in der Raumplanung absoluter Vorrang vor allen anderen Planungsaspekten eingeräumt wird.

Weiterhin gibt es auch neue und wirtschaftlich sehr interessante Lösungen in der Flutprävention, die auch ganz neue Flächenoptionen für den Regenrückhalt eröffnen.

So kann man mit Hilfe von Solaranlagen den Regenrückhalt auf die Hügel bringen. Diese Rückhaltebecken auf den Hügeln müssen sich nur einer Wassersäule von 1 cm entgegenstellen.  Die Becken müssen daher nicht so massiv gebaut werden, wie die klassischen Regenrückhaltebecken in Flussläufen, wo eine 2 m hohe Flutwelle mit Treibgut zurückgehalten werden muss. Das verbraucht zwar mehr Fläche, aber die Solaranlage erwirtschaftet nicht nur die Flächenpacht, sondern auch noch einen ordentlichen Gewinn. Hochwasserschutz ist also möglich und kann auch ohne Katastrophe eine wirtschaftlich interessante Investition darstellen. Weitere Informationen hierzu finden sie unter: http://irrigationnets.com/flutpraevention/

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